Endlich Nichtleser!!!

Donnerstag, 31. Januar 2008

Bürgermeister zahlt Kindern Stundenlohn für Bibliotheksbesuch

Kein "Narri, Narro" sondern ernsthaft. Aber in Spanien, nicht in Grenzach-Wyhlen.
Die Kinder des spanischen Dorfes Noblejas sollen ab sofort für das Lesen bezahlt werden. Bürgermeister Agustín Jimenez Crespo kündigte am Mittwoch an, Familien würden einen Euro für jede mit Grundschulkindern in der Bibliothek verbrachte Stunde bekommen.meldet Netscape News.

Unser Bürgermeister unterstützt die Gemeindebücherei sehr, aber soweit wie sein spanischer Amtskollege braucht er nicht zu gehen. Sie, liebe Leser, kommen ja freiwillig.

via Infobib
Donnerstag, 3. Januar 2008

Halbnackte in italienischen Schuhen auf ukrainischen Traktoren in der spanischen Alhambra

Ein Seufzer im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel

"Letzte Nacht träumte ich sogar von Bestsellern, und es ging irgendwie um halbnackte Bauarbeiter in italienischen Schuhen auf einem ukrainischen Traktor, die ihren Resturlaub in der Alhambra verbringen" (hier der ganze Seufz)
Montag, 29. Oktober 2007

Was Lesen mit Dummheit und Glück zu tun hat

oder auch nicht. Und warum Marcel Reich-Ranicki seinen Augenarzt wechseln musste.

Sie erfahren es von Ulrich Greiner in der ZEIT: Macht lesen glücklich? Über einen verbreiteten Irrtum.
Mittwoch, 17. Oktober 2007

Frauen wissen weniger als Männer

...sagt der Diplom-Psychologe und Entwickler von psychologischen Testverfahren Rüdiger Hossiep.

Frauen, so Hossiep, seien genauso intelligent wie Männer. Warum sie weniger wüssten, wisse er auch nicht so genau. - ??? - Vielleicht läge es daran, dass Frauen mehr Romane lesen und Männer mehr Tageszeitung.

HEY! So geht's aber nicht. Der Mann macht uns das Geschäft madig.

Lesen Sie den ganzen Artikel (es ist kein Roman!) über die neue Geheimwaffe der Personalchefs, den neuen Bochumer Wissenstest (BOWIT), in der Oktoberausgabe von "Bild der Wissenschaft". Bei uns entleihbar.

Steigen jetzt die Arbeitsplatzchancen für Männer?
Mittwoch, 10. Oktober 2007

Ich schluck ihn halt runter...

Der Gastgeber kredenzt mit erwartungvollem Blick einen seiner besten Weine. Ein Lächeln, ein Augenaufschlag, ein Kommentar: "Ich versteh' nichts von Wein, ich schluck ihn halt runter."

Mit Büchern funktioniert das auch.

Hat Ihr Gehirn das neueste Buch von Botho Strauß einfach nur geschluckt oder auch goutiert? Bei Gesellschaften in gewissen akademischen Kreisen kann diese Frage über ihr soziales Überleben entscheiden.

Deshalb hat Pierre Bayar einenen Survival-Ratgeber geschrieben:" Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat".

Die Kritiken sind begeistert. Da wir aber nur Bücher kaufen, die gelesen werden, müssen Sie, um diesen Titel nichtlesen zu können, ihn sich zu Weihnachten wünschen und können ihn nicht bei uns entleihen, um ihn nicht zu lesen.
Donnerstag, 27. September 2007

Gebildet wohnen

Schöner Wohnen? Kennen wir schon. Schneller wohnen? Eigentlich auch. Aber gebildet wohnen?

Wenn Sie Zeitschriften zum Thema Inneneinrichtung anschauen, werden Sie feststellen, dass die Büchrücken in den Regalen farblich auf das "Gesamtensemble" abgestimmt sind.

Wer wohnt denn so?

David Hugendick bezeichnet das Gesamtwerk von Karl Kraus als einen in "rotes Leinen gebundenen Germanistenporsche". Er verweis im Literaturblog der Zeit außerdem auf die Heimwerkerversion dieses Wohnansatzes, mehr nützlich und farblich weniger raffiniert: die Partytheke

Wer im Landkreis Lörrach alte Bücher loswerden möchte, hat nun 2 Möglichkeiten:
  1. die Buchschachtel
  2. Klebstoff kaufen!
Mittwoch, 11. Juli 2007

"Mikropenis erregt US-Verlag"

meldet "Spiegel online". Was ist passiert?

Die Bücher der Grafikerin Susanne Rotraud Berner, die zahlreiche "Wimmelbilderbücher" für Kinder illustriert hat, die bei deutschen Kindern und Eltern sehr beliebt sind und die in keinem anständigen Kindergarten und in keiner anständigen Bibliothek fehlen, sollten nun auch in den USA veröffentlicht werden.

In einem Buch sieht man, wie eine Familie ein Museum besucht. Da gibt es unter anderem die Abbildung einer Statue mit einem 7 Millimeter großen nackten Mann, der ein 0,5 Millimeter großes "Pimmelchen" hat.

Das sollte nach Willen des US-Verlags retuschiert werden, damit es keinen Aufschrei unter den Eltern gibt.

Frau Berner verzichtet lieber auf diese Einnahmequelle.

Hier der ganze Bericht
Mittwoch, 6. Juni 2007

Italiener lesen wenig

Nach langer Zeit mal wieder ein Beitrag für unsere Rubrik "Endlich Nichtleser":

Das italienische statistische Bundesamt ISTAT hat herausgefunden:
  • 37% der Italiener ab 6 Jahren lesen nicht einmal 1 Buch pro Jahr, weder Kochbücher noch Reiseführer noch Romane...
  • 8,3% der Befragten gaben an, dass sie nicht gut lesen könnten - hauptsächlich Kinder und ältere Menschen
Als Hauptursachen für diese Enthaltsamkeit nannten die Befragten:
  • keine Zeit
  • Müdigkeit nach der Arbeit
  • andere Interessen
Von den Jugendlichen, die zu den LESERN zählen, gaben 83% an, dass ihre Eltern auch LESER seien.
Donnerstag, 22. März 2007

"Endlich Nichtleser!"

Unter diesem Titel beschäftigt sich auch die Süddeutsche Zeitung mit dem Phänomen, dass in England 55% der gekauften Bücher nicht gelesen, sondern nur zu Dekorationszwecken gekauft werden.

Unser Tipp: LEIHEN sie doch mal Bücher zur Dekoration. Dann ist man farblich nicht festgelegt und kann das Wohnzimmer den jahreszeitlichen Farbtrends anpassen.

Ein Buch sollte man vorher aber unbedingt entleihen UND lesen:

Schönes Wohnen mit Farbe : Creative Inspirationen für lebendige Räume
Peter Schönhuth [Hrsg.]. Rheinfelden : OZ Verlag, 2006. - 182 S. : zahlr. Ill. (farb.)
(Living & More)
ISBN 3-898-58912-9 ; 3-89858-912-9
Mittwoch, 19. Juli 2006

Lesen bedeutet Wirtschaftswachstum

Forscher der Universität Bologna veröffentlichen am 21. September eine Studie, die belegen soll, dass es einen Zusammenhang zwischen Buchlektüre und Bruttoinlandsprodukt gibt. Die Studie untersucht Leseverhalten, Buchkonsum (Kauf) und Bruttoinlandsprodukt im europäischen und inner-italienischen Vergleich und wurde im Auftrag des italienischen Verlegerverbandes durchgeführt.

Der Konsum von Büchern als Indikator für den Bildungsgrad sage etwas aus über die Wettbewerbsfähigkeit einer Gesellschaft. Die Italiener geben durchschnittlich 65 Euro im Jahr für Bücher aus, die Norweger 208 Euro pro Jahr. Auch innerhalb Italiens entspreche der Anteil der Regionen am Bruttoinlandsprodukt dem Anteil der Regionen bei den Ausgaben für Bücher.

Während in Italien 46% der Führungskräfte und Freiberufler Bücher zur beruflichen Weiterbildung lesen, beträgt der Anteil in Frankreich 81%. In Italien öffne sich zudem eine Schere: es seien zunehmend reiche und gebildete Norditaliener, die Bücher kaufen. Der Süden falle weiter ab. "Ganz oder gar nicht" beschreibe das Verhältnis zwischen Lesern und Nichtlesern: Wer in Italien liest, der liest viel.

Das melden heute unter anderem "La Repubblica" und "ANSA". Die Zahlen für Deutschland wurden nicht genannt, vielleicht werden sie ja im September veröffentlicht.

Die Studie scheint interessant zu werden, da sie anscheinend nicht nur den Konsum, sondern auch das Leseverhalten und den Bildungsgrad der Käufer untersucht und somit Rückschlüsse auf die nationale "Lesequalität" erlaubt.

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