Samstag, 28. Januar 2012

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Donnerstag, 26. Januar 2012

Chinken Nuggets

Heute am Bahnhofskiosk: Ein Mann will ein belegtes Brötchen und sieht vor der Convenience-Auslage das Schild "Chinken-Nuggets". Sind das Chicken Nuggets oder Brötchen mit Schinken? Es sind Brötchen mit Schinken!

Was hat das mit der Bibliothek zu tun? Die Auswertung der Log-Datei unser OPAC-Suchanfragen zeigt, dass die meisten Nutzer an der Sprache scheitern - auch und vor allem Schüler scheitern an der Sprache. Die Trefferquote von Suchanfragen liegt bei Schülern um 30 Prozent, obwohl sie, Rechtschreibstrategien ausnutzend, auf 60 bis 70 Prozent Trefferquote kommen könnten. Eltern und sogar Lehrer, die gerne die Mobile-Endgeräte-Gewandheit der Kinder für Informationskompetenz halten, unterschätzen diesen Aspekt. Für uns heißt Informationskompetenz zuerst, im Deutsch- und Mathematikunterricht nicht zu pennen. Spricht man Schüler auf die Bedeutung der sprachlichen Bewußtheit für die Recherche an, kontern diese mit der Fehlertoleranz der Suchmaschinen und der Rechtschreibkontrolle bei Word.

So ist das mit der Convenience-Schnittstelle. Schinkenbrötchen sind halt auch lecker.
Mittwoch, 25. Januar 2012

Was lesen amerikanische Jugendliche?

Zu den modernen Legenden gehört die Behauptung, dass das Lesen von Papierbüchern durch das Lesen von E-Books abgelöst werde.

Wirklich?

Angeregt durch einen Weblog-Eintrag beschäftigten wir uns mit dieser Pressemitteilung, die sich zwar auf amerikanische Verhältnisse bezieht, uns aber plausibel erklärt, warum die Fahrplan-Exegese mit 15jährigen manchmal so schwer fällt. Jemand, der 111 SMS-Texte pro Tag empfängt oder schreibt, hat zum Lesen anderer Texte keine Zeit und die Aufmerksamkeitsspanne wird auf Short-Messages konditioniert. Die Aufmerksamkeitsunterbrechung ist ein Dauerzustand. Der Daten-Input eines RVL-Fahrplans übersteigt den Input einer durchschnittlichen SMS um den Faktor 10 - mindestens. Ein solcher Massen-Input ist vielen Jugendlichen nicht vermittelbar und zwar weder elektronisch noch per Hardcopy. Dafür wird das Beziehungsmanagement effizienter. Die fifty ways to leave your lover kosten jetzt weniger Zeit, wenn sie darauf reduziert werden.

Dschungelcamp Schule?

Die seriöse tagesaktuelle Publikation von heute MUSS über das Dschungelcamp berichten. Denn der Kunde ist immer König und Kim Debkowski wenigsten Königin für einen Tag.

Die FAZ macht nicht mit. Dafür berichtet sie von einem anderen Dschungelkrieg - der Schule. Das Weblog Basedow 1764 fasst den Artikel kurz zusammen: "Das erste, was ausländischen Lehrern an deutschen Schulen auffiele, seien Unruhe, die Unaufmerksamkeit, der rüde Umgangston, das Essen und Trinken im Unterricht." Der Blogherr kommentiert: "Kann sein, dass uns der Computer bei Problemen hilft, die wir ohne Computer nicht hätten. Aber bei Erziehung und Bildung geht es um etwas anderes als um outputorientierte Kompetenzmodelle."

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